Mit dem Projekt «Friedenauer Höhe» setzt Instone Real Estate gemeinsam mit seinem Joint-Venture-Partner, der OFB Projektentwicklung GmbH, erstmals karbonatisierten RC-Beton in einem grossen Wohnbauprojekt in Berlin ein. Stefan Heinisch von Instone berichtet, wie dieser innovative Baustoff eingesetzt wurde und welche Erkenntnisse das Unternehmen dabei für zukünftige Bauvorhaben gewinnen konnte.
Die Bauwirtschaft zählt zu den grössten CO2-Emittenten weltweit und trägt wesentlich zum Ressourcenverbrauch bei. Allein in Deutschland verursacht die Betonproduktion jährlich rund 20 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Für den Projektentwickler Instone Real Estate Development GmbH ist nachhaltiges Bauen längst eine zentrale Aufgabe geworden.
Im Rahmen des Berliner Bauprojekts «Friedenauer Höhe» hat das Unternehmen erstmals karbonatisierten RC-Beton verwendet – hergestellt dank der neustark-Technologie, die es ermöglicht, Kohlendioxid in recyceltem Abbruchbeton dauerhaft zu binden. Stefan Heinisch von Instone erläutert die Gründe für den Einsatz dieses Baustoffs und schildert die Erfahrungen aus diesem Projekt.
Friedenauer Höhe in Berlin, gebaut mit karbonatisiertem RC-Beton von neustark (Copyright: Markus Bachmann photography)
Interview mit
Stefan Heinisch, Senior Projektmanager bei der Instone Real Estate Development GmbH
Was genau wurde bei der ‚Friedenauer Höhe‘ mit karbonatisiertem RC-Beton gebaut und wie waren die ersten Rückmeldungen?
Im Projekt ‚Friedenauer Höhe‘ haben wir Stahlbetonwände sowie den Aufbeton auf Filigrandecken mit karbonatisiertem RC-Beton hergestellt. Die Rückmeldungen unserer Ingenieure und der beteiligten Bauunternehmen waren durchweg positiv. Ein positiver Aspekt war, dass es keinen zusätzlichen Aufwand bei der Verarbeitung gab. Die Eigenschaften des Materials waren vergleichbar mit herkömmlichem Beton, was uns zeigt, dass der Einsatz von CO2-reduziertem Beton keine Einschränkungen in der Bauqualität bedeutet.
Wie kam die Entscheidung zustande, karbonatisierten RC-Beton bei der ‚Friedenauer Höhe‘ einzusetzen?
Für uns war es von grosser Bedeutung, praktische Erfahrungen im Umgang mit CO2-reduziertem Beton zu sammeln. Nachhaltigkeit gewinnt in der Bauindustrie und auch bei der Instone Group zunehmend an Bedeutung. Wir sehen es als unsere Verantwortung, innovative und umweltfreundliche Materialien zu erforschen, um Bauvorhaben effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
Ein positiver Aspekt war, dass es keinen zusätzlichen Aufwand bei der Verarbeitung gab. Die Eigenschaften des Materials waren vergleichbar mit herkömmlichem Beton.
Gab es Herausforderungen bei der Umsetzung, die für zukünftige Projekte beachtet werden sollten?
Einige Herausforderungen wie der höhere Preis und die aktuell noch eingeschränkte Zulassung bestimmter Betonrezepturen, die für unsere Bauprojekte erforderlich sind – etwa hohe Druckfestigkeit oder wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton) – sind zu berücksichtigen.
Welche Wirkung hatte der Einsatz von karbonatisiertem Beton für Instone?
Durch den erfolgreichen Einsatz von CO2-reduziertem RC-Beton im Projekt ‚Friedenauer Höhe‘ konnten wir uns als Vorreiter in der Berliner Bauwirtschaft positionieren. Wir waren das erste Unternehmen in der Stadt, welches dieses nachhaltige Baumaterial in einem grossen Bauprojekt eingesetzt hat. Dies stärkt unser Image als zukunftsorientierter Projektentwickler, der sich für den Klimaschutz engagiert und innovative Wege im Bausektor geht. Zudem haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt, die uns helfen werden, ähnliche Projekte in der Zukunft noch effizienter und nachhaltiger umzusetzen.
Über das Bauvorhaben
Projekt: Friedenauer Höhe, 12159 Berlin
Projektvolumen: ca. 1.060 Wohnungen, aufgeteilt in Miet- und Eigentumswohnungen
Standort: Berlin-Schöneberg, nahe S-Bahnhof Innsbrucker Platz
Fläche: ca. 60,000 m2
Bauteile karbonatisierter Berton: Mehrere Stahlbetonwände; Aufbeton auf Filigrandecken im Bauabschnitt WA 5
Kontakt
Elmar Vatter
Projektleiter Marketing & Kommunikation