- Der Schweizer Climate-Tech-Pionier neustark und das mit dem deutschen Umweltpreis 2016 ausgezeichnete Familienunternehmen Feeß haben gemeinsam die erste kommerzielle Anlage zur onshore CO2-Entfernung im Raum Stuttgart eröffnet.
- Die Anlage in Kirchheim unter Teck, vor den Toren Stuttgarts, kann pro Jahr 1.000 Tonnen biogenes CO2 in Abbruchbeton dauerhaft speichern und kreiert dadurch wichtige Negativemissionen.
- Neustarks Carbon-Removal-Lösung wird bereits an verschiedenen Standorten in Europa eingesetzt, bei der CO2 an Punktquellen, wie Biogasanlagen, abgeschieden und in mineralischen Abfällen wie Betonabbruch dauerhaft gespeichert wird.
Das Schweizer Unternehmen neustark, Pionier im Bereich der CO2-Speicherung in mineralischen Abfallströmen, und das baden-württembergische Familienunternehmen Heinrich Feeß GmbH & Co. KG haben am 15. November gemeinsam die erste Anlage im Stuttgarter Raum eingeweiht, in der biogenes CO2 dauerhaft in Abbruchbeton gespeichert und somit regelrecht aus der Atmosphäre entfernt wird. Die neue Anlage verfügt über eine jährliche Speicherkapazität von 1.000 Tonnen CO2..
Abbruchbeton ist der größte Abfallstrom der Welt: Pro Jahr fallen rund eine Milliarde Tonnen weltweit an Abbruchbeton an, in Deutschland allein pro Jahr 70 Millionen Tonnen.
Die Technologie von neustark verwandelt diesen Abfallstrom in eine Kohlenstoffsenke. Hierbei wird CO2, das bei der Biomethanherstellung als Abfallprodukt entsteht, direkt abgeschieden und anschließend für den Transport verflüssigt. Dieses verflüssigte CO2 wird dann zur naheliegenden Produktionsstätte des schwäbischen Bauschuttrecyclers transportiert. Vor Ort wird das CO2 in einem luftdicht verschlossenen Silo bestehend aus vier Kammern dem Abbruchmaterial zugefügt, wo es sich innerhalb von wenigen Stunden in Form von Kalkstein dauerhaft im Aggregat bindet. Die Technologie von neustark beschleunigt den sogenannten Mineralisierungsprozess von mehreren Jahrzehnten auf wenige Stunden. Durch die dauerhafte Speicherung dieses biogenen CO2 werden Negativemissionen geschaffen.
Das Potenzial dieser Lösung ist nicht zu unterschätzen: Eine Tonne Beton kann mindestens 10 Kilogramm CO2 dauerhaft speichern – ohne lange Transportwege, denn das CO2 stammt aus einer Biogasanlage im Umkreis von 150 Kilometern. In Deutschland könnten mithilfe von neustarks Technologie rund 700.000 Tonnen CO2 dauerhaft in Abbruchbeton gespeichert werden. Dieser Ansatz bietet eine Alternative zur bisher in Deutschland diskutieren Lösung der lokalen unterirdischen Speicherung von CO2
oder des Transports des überflüssigen CO2 an Speicherstätten rund um die Nordsee.
„Neustark und Feeß teilen die Vision, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Feeß ist einer der Pioniere für das Thema Kreislaufwirtschaft im Bauwesen in Deutschland. Nachdem Feeß unsere mobile Technologie zur CO2-Speicherung getestet hat, sind wir jetzt sehr stolz, die zweite Anlage in Deutschland und die erste im Stuttgarter Raum an Feeß zu übergeben und in Betrieb zu nehmen. Für uns ist diese leistungsstarke Anlage ein großer Schritt Richtung zu mehr Nachhaltigkeit. Jetzt braucht es dringend die Nachfrage der öffentlichen Hand nach karbonatisierten Baumaterialien im Hoch- und Strassenbau und entsprechende gesetzliche Regularien, um die Bestrebungen nach mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen“, so Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von neustark.
„Wir haben uns für diese neuartige Technologie entschieden, weil sie sich hervorragend in unseren Ablauf zum Betonrecycling und -produktion vor Ort integriert. Wir freuen uns sehr, hier in Stuttgart Pionierarbeit zu leisten und die ersten Tonnen CO2 dauerhaft in Abbruchbeton zu speichern. Das Thema Kreislauffähigkeit ist tief in der Unternehmens-DNA von Feeß verankert. Mit der Negativemissionstechnologie von neustark gehen wir einen wichtigen Schritt hin zu echter Kreislaufwirtschaft und mehr Nachhaltigkeit in der so ressourcenintensiven Bauindustrie“, sagt Walter Feess, Senior-Chef bei gleichnamiger Firma.
Weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer Million Tonnen entferntes CO2 in 2030
Neben der Anlage in Deutschland hat neustark kürzlich zwei weitere CO2-Speicheranlagen mit dem Schweizer Bauunternehmen Montebello AG in Pontresina (Graubünden, Schweiz) und Ch. Gerster AG in Liechtenstein sowie eine Abscheidungsanlage mit SIG in Genf eröffnet. Außerdem hat neustark zusammen mit Aggregate Industries (Teil der Holcim Group) seine erste CO2-Speicheranlage im Vereinigten Königreich eröffnet. Insgesamt sind bereits 22 Anlagen zur Abscheidung und Speicherung von CO2 in Betrieb, 40 weitere befinden sich derzeit in Planung und im Bau.
Alle vier kürzlich eröffneten Anlagen sind weitere wichtige Schritte für neustarks Ziel, im Jahr 2030 eine Million Tonnen CO2 dauerhaft zu entfernen.
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Medienkontakt
Desiree Goldstein, media@neustark.com, +49 151 68538298
Über neustark
Zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C müssen laut IPCC bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreicht werden. Nebst beträchtlichen Reduktionen unserer Emissionen wird dieses Ziel nur durch den weltweiten Einsatz von Lösungen zur dauerhaften CO2-Entfernung möglich sein – und zwar im Umfang von Milliarden Tonnen. Neustark ist ein führender Anbieter in diesem schnell wachsenden Markt: Wir haben eine Lösung entwickelt, wie CO2, durch Speicherung in mineralischen Abfallströmen wie Abbruchbeton oder Schlacken, dauerhaft aus der Atmosphäre entfernt wird.
Neustarks kommerzielle Lösung wird bereits an verschiedenen Standorten in Europa eingesetzt, wo sie täglich CO2 aus der Atmosphäre abscheidet und dauerhaft speichert. Zurzeit skalieren wir unsere Aktivitäten global, um unsere Wirkung rasant zu steigern. Unsere Ambition: Im Jahr 2030 eine Million Tonnen CO2 permanent entfernen.
Die 2019 gegründete neustark AG hat ihren Sitz in Bern, Schweiz, und umfasst ein Team von rund 85 Personen (Stand: 3. Quartal 2024). Gemeinsam ermöglichen wir die dauerhafte Speicherung von CO2 – für eine vielversprechende Zukunft aller Generationen auf unserem Planeten.
www.neustark.com | neustark | LinkedIn
Über Feeß
1951 als Transportunternehmen für Kies und Sand gegründet, wird Gründersohn Walter Feess 1995 Geschäftsführer und investiert kräftig. 2010 eröffnet der 3,5 Hektar große Wertstoffhof Rabailen direkt an der A8 mit der bundesweit ersten Nassklassieranlage, die den mineralischen Bauschutt mit Regenwasser wäscht, das auf dem Areal in Zisternen gesammelt wird.
2016 wird Feeß der Deutsche Umweltpreis verliehen und ein Jahr später eröffnet die Akademie K3, in der Personal geschult und Wissen weitergegeben wird etwa an Studierende und Politiker. 2023 eröffnet eine neue Werkstatt für Lkw und Baumaschinen-Werkstatt am Stammsitz, e-tauglich ist und mit Photovoltaik und Geothermie betrieben wird. 2024 übergibt Walter Feess die Geschäftsführung u.a. an seine Söhne Alexander und Benjamin, die beide Bauingenieure sind.
Aktuell erwirtschaftet die Feeß-Gruppe, die viele Bereiche digitalisiert und Beteiligungen hat, mit 300 Beschäftigten und sechs Wertstoffhöfen in der Region Stuttgart in elf Geschäftsfeldern wie Kreislaufwirtschaft, Erdbau, Abbruch, Recycling oder Schulung gut 70 Millionen Euro Umsatz.
www.feess.de
Überblick über die CO<sub>2</sub>-Speicheranlage
Co-CEOs und Mitgründer von neustark Valentin Gutknecht (links) und Johannes Tiefenthaler (rechts)
Senior-Chef und Prokurist der Heinrich Feeß GmbH & Co.: Walter Feess
von links nach rechts: Die Geschäftsleitung der Firma Feeß: Alexander Feess (Geschäftsführer), Benjamin Feess (Geschäftsführer), Walter Feess (Senior Chef & Prokurist), Jochen Röhrer (Geschäftsführer), Nadine Winter (Geschäftsführerin)
FAQs
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Der Mineralisierungsprozess neutralisiert gleichzeitig die Schlämme. Das bedeutet, dass überschüssiges Restwasser ohne hohe Entsorgungskosten dem Abwasser zugeführt werden kann.
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Unser Verfahren greift nicht in die natürlichen Ökosysteme ein. Für die Anlagen wird nur eine sehr kleine Standfläche benötigt, da diese in bereits bestehende industrielle Prozesse integriert werden.
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Dauerhaft bedeutet, dass der Anteil des gespeicherten CO2, der nach 1000 Jahren noch gespeichert ist, mit sehr hoher, bewiesener Sicherheit nahezu 100% beträgt. Das Risiko einer Umkehrung der Speicherung ist vernachlässigbar, d.h. das gebundene CO2 wird nicht wieder in die Atmosphäre entlassen. Selbst wenn der mit CO2 angereicherte frische Recyclingbeton immer wieder abgerissen wird, wird das CO2 nicht in die Atmosphäre freigesetzt.
Neustarks Lösung ist permanent und bindet CO2 für Tausende bis Millionen von Jahren.
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Kontakt
Elmar Vatter
Projektleiter Marketing & Kommunikation