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Wie viel CO₂ lässt sich mit neustark Technologie in einer Tonne Beton speichern?


Rund 10kg klimaschädliches CO₂ lassen sich heute schon dauerhaft in einem Kubikmeter Frischbeton speichern. Bis 2025 können wir diesen Wert vervielfachen. Dann bindet jede Einheit Frischbeton mindestens dieselbe Menge CO₂, die bei ihrer Produktion frei wird – und klimaneutraler Beton wird Wirklichkeit.




Wie funktioniert das überhaupt?


Aus dem Rückbau von Gebäuden gewonnenes Betongranulat wird mit aus der Atmosphäre abgeschiedenem CO₂ versetzt. Durch sogenannte Mineralisierung wird dabei das Kohlendioxid langfristig gebunden. Das so behandelte Betongranulat wird als Kiesersatz dem Frischbeton zugegeben. Durch die Bindung von CO₂ verbessern sich die Materialeigenschaften von Betongranulat. Deshalb verringert sich der nötige Anteil an Zement im Frischbeton auf das regulatorische Minimum.




Wieso ist es vorteilhaft, Betonrückbaumaterial zu nutzen?


Betongranulat, also gebrochenes Betonrückbaumaterial, verfügt über eine insgesamt riesige Oberfläche durch unzählige Kleinstpartikel. Zusätzlich beinhaltet es grosse Mengen Calcium-Hydroxid-Mineralien, die CO2 binden können. Damit ist das Material höchst reaktiv. Auch ohne weitere Behandlung formt Betongranulat mit dem CO2 stabile, chemische Verbindungen (Karbonat- bzw. Kalkstein).




Was macht es für einen Unterschied, wenn ich Beton wähle, der mit neustark Technologie produziert wird?


Durch den Einsatz von neustark-Beton bei Ihrem nächsten Bauprojekt > entfernen Sie bereits freigesetztes CO₂ aus der Atmosphäre > speichern Sie dauerhaft CO₂ im Beton Ihres Neubaus und > verringern den zusätzlichen Ausstoss von Kohlendioxid durch die Reduktion des nötigen Zementanteils auf ein Minimum.




Welcher Prozentsatz Recycling-Granulat kann hinzugefügt werden?


Dies hängt neben neustark auch von der vorhandenen Aufbereitungsinfrastruktur beim Betonwerk ab. Einige Partnerbetonwerke mit entsprechenden Sieb- und Siloanlagen haben erfolgreich mit Recyclinganteilen von 100 Prozent produziert. Das wirtschaftliche und ökologische Optimum ist in jedem Fall standortabhängig und von Betonwerk zu Betonwerk unterschiedlich.




Und wie ist eure eigene CO₂ Bilanz?


Pro 1000kg in neustark-Granulat gespeichertem CO₂ werden im Anreicherungsprozess lediglich rund 50 kg CO₂ neu emittiert. Wir entziehen der Atmosphäre also mindestens 20 Mal so viel CO₂ wie bei seiner Speicherung im Granulat freigesetzt wird.




Wieviel CO₂ speichert Ihr genau im Beton? Welchen Mengen entspricht das? Nennt mal ein paar Vergleiche.


Derzeit können wir mit einer unserer Pilotanlagen 100kg CO₂ pro Stunde im Betongranulat speichern. Schnell wachsende Fichten / Tannen nehmen pro Jahr und Baum etwa 20kg CO₂ auf. Eine Anlage von neustark leistet also binnen einer Stunde das, wofür 5 Fichten ein ganzes Jahr brauchen. Oder, anders gesagt: Derzeit können wir mit einer einzelnen Neustark Anlage binnen 24 Betriebsstunden dieselbe Menge CO₂ in Betongranulat speichern, die beim Heizen eines Einfamilienhauses mit Erdöl durchschnittlich innerhalb eines Jahres frei wird.




Gibt es ausreichend Betonrückbaumaterial, um einen Impact zu erzeugen?


Ja, nach neustark-Berechnungen ist global von rund zwei Milliarden Tonnen Betonrückbaumaterial jährlich auszugehen. Damit ist Beton der weltweit größte Abfallstrom überhaupt. Basierend auf Bauaktivitäten der Vergangenheit ist zu erwarten, dass die Menge sich alle zehn Jahre verdoppelt. Damit hätte dieser Materialstrom bis 2050 das Potenzial, jährlich rund 500 Millionen Tonnen CO₂ zu speichern. Der Grossteil des globalen Betonrückbaus fällt in hochentwickelten Ländern an, die schon vor 60 bis 100 Jahren einen grossen Teil ihrer Infrastruktur aus Beton gebaut haben. Die Schweiz ist ein solches Land. Dementsprechend gehen ExpertInnen von einer signifikanten Steigerung der Abfallmenge aus Abbruchtätigkeiten aus.




Ich bin vom Fach und will das Alles etwas genauer verstehen.


Kein Problem. Wenn Beton einer CO₂-Atmosphäre ausgesetzt wird, wandelt sich das Ca(OH)₂ der Zementphasen in die thermodynamisch stabile form CaCO3 um – und bindet somit CO₂. Dieses Phänomen ist gut erforscht und als natürliche Mineralisierung oder auch Karbonatisierung in der Baubranche bekannt. neustark beschleunigt den Mineralisierungsprozess von über 1000 Jahren auf wenige Stunden und vervierfacht dabei die durchschnittliche CO₂-Aufnahme. Weitere Informationen finden Sie hier: > Allgemeine Übersicht zum Konzept der Mineralisierung: Geoscienceworld > Spezifische Übersicht zur Karbonatisierung mineralischer Abfälle > Vertiefung zu Mineralisierung von Betongranulat > Überblick über Materialeigenschaften von mineralisierten Betongranulat




Wie kann ich sicher sein, dass das CO₂ tatsächlich im Granulat drin ist?


Anhand von Messungen. Die CO₂ Aufnahme von rund 10kg pro Tonne Betonrückbau messen wir in unserem Prozess sowohl über eine Waage als auch über eine CO₂ Durchflussmessung, wobei die beiden unabhängigen Messmethoden zuverlässig zum gleichen Messergebnis führen.




Rostet aufgrund der Mineralisierung im Beton nicht die Armierung?


Nein. Die Armierung rostet bei verbautem Beton deshalb, weil sich durch die Karbonatisierung von CO₂ in den Poren des Betons dessen pH-Wert verändert (er wird saurer). Bei neustark erfolgt die Karbonatisierung vor der Mischung des Granulats mit Zement. Der pH-Wert des fertigen “neustark-Betons” ist der gleiche wie bei konventionell hergestelltem neuen Beton.




Welche Kapazitäten haben eure Anlagen?


Derzeit mineralisiert eine Pilotanlage pro Stunde rund 20 Tonnen Betongranulat. Durch zusätzliche Module kann der Durchsatz auf über 100 Tonnen Betongranulat gesteigert werden, was selbst für sehr grosse Baustoffrecycler ausreichend ist.




Kann ich die Produktion zu einem späteren Zeitpunkt skalieren?


Natürlich können Sie jederzeit ein zusätzliches Modul unserer aktuellen Anlage ergänzen und so die Produktionskapazität verdoppeln. Darüber hinaus arbeiten wir derzeit an einem 2. Typ Anlage, der unseren Anlagentyp 1 ergänzen wird. Ab 2025 können Sie mit dieser zusätzlichen Anlagentechnik die Leistungsfähigkeit Ihrer Anlage auf ein Vielfaches steigern und klimaneutralen Beton produzieren. Die neuen Anlagen konkurrenzieren die heutigen Anlagen nicht, sondern ergänzen sie.




Woher stammt das CO₂?


Aus der Atmosphäre. Das CO₂ wird bei ara region bern in einem biogenen Prozess aus der Atmosphäre gezogen und fällt dort als Nebenprodukt an. Gemeinsam mit unserem Logistikpartner garantieren wir die Versorgung ihrer Produktionsstätte mit CO₂, das wir mit biogasbetriebenen LKWs klimaneutral ausliefern.




Erleidet der Beton durch die Mineralisierung einen Qualitätsverlust?


Nein. Der Beton wird entsprechend der marktüblichen Norm hergestellt und genügt somit sämtlichen relevanten Qualitätskriterien wie Verarbeitbarkeit, Druckfestigkeit, E-Modul und Dauerhaftigkeit.




Wie viel Zement kann ich mit neustark einsparen?


Das hängt vom Rezept ab, nach dem Sie produzieren sowie von der Beschaffenheit des Abbruchgranulats, welches mit CO₂ angereichert werden soll. Im Idealfall können Sie die Menge an Zement in ihrer Betonrezeptur auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum reduzieren, ohne dass der Beton dabei an Qualität einbüsst. Wir unterstützen Sie dabei, ihr Rezept zu optimieren.




Wird das CO₂ beim Abbruch des Gebäudes wieder in die Atmosphäre freigesetzt?


Nein. Das CO₂ wird im Prozess in Kalkstein umgewandelt und verbleibt dauerhaft im Beton, auch wenn dieser später wieder abgerissen wird. Der Beton wird durch die neustark-Technologie zu einer dauerhaften CO₂-Senke.




Gibt es keine besseren Senken?


Es gibt natürliche CO₂-Senken, wie den Wald und den Boden, und es gibt die unterirdische Speicherung von CO₂. Natürliche Senken binden das CO₂ nicht dauerhaft. Mit neustark wird das CO₂ irreversibel gebunden und gelangt nie wieder zurück in die Atmosphäre. Dabei entsteht zudem ein qualitativ hochwertiges Produkt mit zusätzlichem Mehrwert. Nicht eine, sondern alle Technologien zur CO₂-Senkung müssen jetzt eingesetzt werden, denn die Zeit drängt und wir müssen so schnell wie möglich so viel Kohlendioxid wie möglich aus der Luft entfernen und dauerhaft binden. neustark bietet derzeit eine der wenigen funktionierenden Lösungen in der Schweiz, die dies technisch möglich macht.




Wäre es nicht günstiger den Schweizer CO₂-Ausstoss im Ausland zu kompensieren?


Möglicherweise mag dies kurzfristig der Fall sein, aber wo findet dann die dringend nötige zukunftsorientierte Innovation und Wertschöpfung statt? Der Entwurf des Parlaments zur Totalrevision des CO₂ Gesetzes sieht zudem vor, dass 75% der bis 2030 umzusetzenden CO₂-Einsparungen im Inland, also in der Schweiz geschehen. Kompensationen können also nicht die Lösung sein.




Kann man mit Beton überhaupt klimapositiv bauen?


Beton besteht im Wesentlichen aus Gesteinskörnung und Zement, wobei insbesondere die Zementproduktion das Klima belastet. Rund 10kg klimaschädliches CO₂ lassen sich heute schon dauerhaft in der Gesteinskörnung eines Kubikmeter Frischbetons speichern. Bis 2025 können wir diesen Wert vervielfachen. Dann bindet jede Einheit Frischbeton mindestens dieselbe Menge CO₂, die bei ihrer Produktion frei wird. Idealerweise wird neustark in Kombination mit einem CO₂ reduzierten oder sogar klimaneutralen Zement eingesetzt - spätestens dann wird nicht nur klimaneutraler, sonder auch klimapositiver Beton Wirklichkeit.




Wie verhält sich neustark gegenüber anderen Umweltinnovationen im Beton- und Baustoffbereich?


Die meisten Umweltinnovationen im Betonbereich zielen darauf ab, dass weniger Beton eingesetzt werden muss, Beton mit weniger Zement hergestellt werden kann oder dass die CO₂ Emissionen in der Zementproduktion reduziert werden. neustark ist mit diesen Bestrebungen kompatibel und wird idealerweise in Kombination mit diesen eingesetzt.





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